
Von KI-Agenten und RAG bis OCR, Datenhoheit und Prozessautomatisierung:
Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe rund um Unternehmens-KI,
intelligente Dokumentenverarbeitung, Chatbots, Integrationen und digitale Kommunikation.
Eine API ist eine standardisierte Schnittstelle, über die Software-Systeme Daten austauschen und Funktionen gegenseitig aufrufen. So kann eine KI beispielsweise Bestellstände aus einem Shop oder Kundendaten aus einem CRM abrufen.
API-first beschreibt einen Architekturansatz, bei dem Schnittstellen von Anfang an mitgedacht werden. Dadurch lassen sich neue Module, Datenquellen und externe Systeme später leichter anbinden.
Ein Audit-Trail ist eine nachvollziehbare, zeitlich geordnete Aufzeichnung von Änderungen, Prüfungen und Freigaben. Er hilft dabei, automatisierte Entscheidungen und manuelle Eingriffe später zu kontrollieren.
Automatisierung bedeutet, wiederkehrende Arbeitsschritte regelbasiert oder KI-gestützt ohne ständige manuelle Bearbeitung auszuführen. Typische Beispiele sind Datenübertragungen, Terminbuchungen oder die Beantwortung häufiger Anfragen.
Ein Benchmark ist ein Vergleichswert, an dem Kennzahlen, Prozesse oder Ergebnisse gemessen werden. Unternehmen können so erkennen, wie sie im Verhältnis zu Wettbewerbern oder Branchenstandards abschneiden.
Ein Business Report fasst relevante Unternehmens-, Markt- oder Leistungsdaten strukturiert zusammen und leitet daraus Erkenntnisse sowie Handlungsempfehlungen ab. Er dient als Grundlage für nachvollziehbare Entscheidungen.
Ein Chatbot ist eine dialogbasierte Software, die Fragen beantwortet und Nutzer durch Informationen oder Prozesse führt. Moderne Chatbots nutzen häufig Sprachmodelle und können auf unternehmenseigene Inhalte zugreifen.
Beim Chunking werden große Dokumente in kleinere, sinnvoll abgegrenzte Textabschnitte zerlegt. Dadurch kann ein KI-System relevante Stellen gezielter finden und in Antworten verwenden.
Beim Cloud-Hosting läuft eine Anwendung auf flexibel nutzbarer Server-Infrastruktur eines Rechenzentrums. Standort, Zugriffsregeln, Verschlüsselung und Verträge bestimmen dabei maßgeblich das Sicherheits- und Datenschutzniveau.
Ein Confidence Score ist ein Vertrauenswert, der angibt, wie sicher ein System bei einer Erkennung oder Zuordnung ist. Niedrige Werte können automatisch eine manuelle Prüfung auslösen.
Eine Conversion ist eine gewünschte Handlung eines Nutzers, etwa eine Anfrage, Buchung, Anmeldung oder ein Kauf. KI-gestützte Beratung kann dazu beitragen, Hürden auf dem Weg zu dieser Handlung zu reduzieren.
CRM steht für Customer Relationship Management. Ein CRM-System verwaltet Kundenkontakte, Kommunikationsverläufe, Verkaufschancen und weitere vertriebs- oder servicerelevante Informationen.
Datenextraktion bezeichnet das gezielte Herauslesen bestimmter Informationen aus Dokumenten, Nachrichten oder anderen Quellen. Beispiele sind Rechnungsnummern, Beträge, Datumsangaben oder Kontaktdaten.
Datenhoheit bedeutet, dass ein Unternehmen Kontrolle darüber behält, wo seine Daten gespeichert, verarbeitet und genutzt werden und wer darauf zugreifen darf.
Deployment bezeichnet die technische Bereitstellung einer Anwendung in einer produktiven Umgebung. Dazu gehören typischerweise Konfiguration, Tests, Sicherheitsprüfungen und die Einbindung in bestehende Systeme.
DMS steht für Dokumentenmanagementsystem. Es dient dazu, Dokumente strukturiert abzulegen, zu versionieren, zu suchen und in Geschäftsprozessen bereitzustellen.
Die Datenschutz-Grundverordnung regelt den Schutz personenbezogener Daten in der Europäischen Union. Für KI-Lösungen sind unter anderem Zweckbindung, Datensparsamkeit, Transparenz und geeignete technische Schutzmaßnahmen relevant.
Ein Embedding ist eine mathematische Repräsentation von Texten, Bildern oder anderen Inhalten. Sie ermöglicht es, inhaltliche Ähnlichkeiten zu erkennen und passende Informationen für eine Suchanfrage zu finden.
ERP steht für Enterprise Resource Planning. Ein ERP-System bündelt zentrale Unternehmensprozesse wie Einkauf, Warenwirtschaft, Produktion, Finanzen oder Auftragsabwicklung.
Der EU AI Act ist der europäische Rechtsrahmen für künstliche Intelligenz. Er ordnet KI-Systeme nach Risiken ein und definiert abhängig vom Einsatzgebiet unterschiedliche Pflichten.
Exception Handling bezeichnet den geregelten Umgang mit Sonder- und Fehlerfällen. In automatisierten Prozessen werden unklare oder unvollständige Fälle gezielt ausgesondert und zur Prüfung weitergeleitet.
Fine-Tuning ist die gezielte Anpassung eines vortrainierten KI-Modells mit zusätzlichen Beispieldaten. Es kann Verhalten, Fachsprache oder Antwortmuster verbessern, ist aber nicht für jeden Anwendungsfall erforderlich.
Generative KI erzeugt neue Inhalte wie Texte, Bilder, Audio, Code oder strukturierte Daten. Grundlage sind Modelle, die Muster aus Trainingsdaten gelernt haben und daraus passende Ausgaben erzeugen.
Guardrails sind technische und inhaltliche Leitplanken für ein KI-System. Sie begrenzen Themen, Aktionen, Datenzugriffe und Antwortverhalten, damit die Lösung innerhalb definierter Regeln arbeitet.
Als Halluzination wird eine plausibel klingende, aber sachlich falsche oder unbelegte KI-Ausgabe bezeichnet. Quellenbasierte Verfahren, klare Regeln und Validierung können dieses Risiko reduzieren.
Human Handover ist die Übergabe eines Gesprächs oder Vorgangs von der KI an einen Menschen. Sie wird genutzt, wenn ein Anliegen zu komplex, sensibel oder nicht eindeutig lösbar ist.
Human-in-the-Loop beschreibt einen Prozess, in dem Menschen gezielt Kontroll-, Freigabe- oder Korrekturschritte übernehmen. Automatische Verarbeitung und menschliche Qualitätssicherung werden dabei kombiniert.
IDP steht für Intelligent Document Processing. Dabei werden Dokumente automatisch erfasst, Inhalte erkannt, relevante Daten extrahiert, geprüft und an nachgelagerte Systeme übergeben.
Eine Integration verbindet Anwendungen, Datenquellen oder Kommunikationskanäle miteinander. Ziel ist ein durchgängiger Datenfluss ohne unnötige manuelle Übertragung.
Ein KI-Agent beantwortet nicht nur Fragen, sondern kann eigenständig definierte Aktionen ausführen. Dazu gehören beispielsweise Termine buchen, Daten abrufen, Nachrichten versenden oder Workflows starten.
Ein KI-Chatbot nutzt künstliche Intelligenz, um Sprache kontextbezogen zu verstehen und passende Antworten zu formulieren. Mit angebundenen Daten und Systemen kann er Beratung, Support und einfache Prozesse übernehmen.
KI-Moderation analysiert Kommentare oder Nachrichten automatisch und reagiert nach festgelegten Regeln. Sie kann Spam erkennen, unerwünschte Inhalte ausblenden und passende Antworten vorbereiten oder veröffentlichen.
Eine Knowledge Base ist eine strukturierte Wissenssammlung aus Dokumenten, Webseiten, Richtlinien, Produktdaten oder internen Informationen. Sie dient einer KI als kontrollierte Informationsgrundlage.
Bei der Kontextanalyse bewertet ein KI-System nicht nur einzelne Wörter, sondern den Zusammenhang einer Nachricht, eines Beitrags oder eines Gesprächs. Dadurch werden Absicht, Thema und passende Reaktion besser erkannt.
KPI steht für Key Performance Indicator. Eine KPI ist eine messbare Kennzahl, mit der Fortschritt oder Erfolg in einem bestimmten Unternehmensbereich bewertet wird.
Künstliche Intelligenz bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben ausführen, für die typischerweise menschliche Wahrnehmung, Sprache, Mustererkennung oder Entscheidungsunterstützung erforderlich ist.
LLM steht für Large Language Model. Ein LLM verarbeitet und erzeugt Sprache, indem es auf Basis eines großen trainierten Modells wahrscheinliche und kontextbezogene Ausgaben berechnet.
Maschinenlesbare Daten liegen in einer strukturierten Form vor, die Software direkt verarbeiten kann. Typische Formate sind JSON, XML oder CSV.
Multimodale KI kann verschiedene Datentypen wie Text, Bilder, Audio oder Dokumente gemeinsam verarbeiten. Dadurch lassen sich beispielsweise Bildinhalte und begleitende Kommentare zusammen analysieren.
NLP steht für Natural Language Processing, auf Deutsch Verarbeitung natürlicher Sprache. Das Fachgebiet beschäftigt sich damit, menschliche Sprache maschinell zu analysieren, zu verstehen und zu erzeugen.
OCR steht für Optical Character Recognition. Die Technologie erkennt Text in Scans, Fotos oder Bild-PDFs und wandelt ihn in digital verarbeitbare Zeichen um.
On-Premise bedeutet, dass Software auf der eigenen Infrastruktur eines Unternehmens oder in einer von ihm kontrollierten Umgebung betrieben wird. Das kann bei besonders sensiblen Daten oder speziellen IT-Vorgaben relevant sein.
Prompt Engineering ist die systematische Gestaltung von Anweisungen, Kontext und Beispielen für ein KI-Modell. Ziel sind verlässlichere, präzisere und besser steuerbare Ergebnisse.
Prozessautomatisierung verbindet mehrere Arbeitsschritte zu einem möglichst durchgängigen Ablauf. Regeln, Schnittstellen und KI können dabei Aufgaben auslösen, Daten prüfen und Ergebnisse weiterleiten.
RAG steht für Retrieval-Augmented Generation. Vor einer Antwort sucht das System passende Informationen in einer definierten Wissensquelle und gibt diese dem Sprachmodell als Kontext mit.
Eine Review Queue ist eine Warteschlange für Vorgänge, die manuell geprüft werden müssen. Dort landen beispielsweise Dokumente mit fehlenden Angaben oder niedrigen Confidence Scores.
ROI steht für Return on Investment. Die Kennzahl setzt den wirtschaftlichen Nutzen einer Investition ins Verhältnis zu den dafür entstandenen Kosten.
Bei der rollenbasierten Zugriffskontrolle erhalten Nutzer Berechtigungen entsprechend ihrer Funktion. So können beispielsweise Mitarbeitende, Administratoren und Prüfer unterschiedliche Daten und Aktionen sehen.
Skalierbarkeit beschreibt die Fähigkeit eines Systems, bei wachsenden Nutzerzahlen, Datenmengen oder Funktionen zuverlässig mitzuskalieren, ohne vollständig neu aufgebaut werden zu müssen.
SLA steht für Service Level Agreement. Es definiert messbare Leistungszusagen, etwa Reaktionszeiten, Verfügbarkeit oder Bearbeitungsfristen.
Ein System Prompt enthält grundlegende Anweisungen für Rolle, Tonalität, Regeln und Verhalten eines KI-Systems. Er wirkt im Hintergrund und steuert, wie das Modell auf Nutzereingaben reagiert.
Ein Token ist eine kleine Texteinheit, die ein Sprachmodell verarbeitet. Texte werden vor der Verarbeitung in solche Einheiten zerlegt; ihre Anzahl beeinflusst Kontextlänge, Geschwindigkeit und Nutzungskosten.
Validierung prüft, ob erkannte oder eingegebene Daten vollständig, plausibel und regelkonform sind. Dazu können Pflichtfelder, Formatprüfungen, Stammdatenabgleich oder Dublettenchecks gehören.
Eine Vektordatenbank speichert Embeddings und ermöglicht eine Suche nach inhaltlicher Ähnlichkeit. Sie wird häufig eingesetzt, um relevante Wissensbausteine für RAG-Systeme zu finden.
Verschlüsselung schützt Daten, indem sie ohne passenden Schlüssel unlesbar gemacht werden. Sie sollte sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung sensibler Informationen eingesetzt werden.
Ein Webhook übermittelt bei einem bestimmten Ereignis automatisch Daten an ein anderes System. So kann ein Chatbot beispielsweise nach einer Terminbuchung direkt einen Folgeprozess auslösen.
Ein Workflow ist eine definierte Abfolge von Aufgaben, Entscheidungen und Übergaben. In KI-Projekten verbindet er Modelle, Regeln, Datenquellen, Menschen und Zielsysteme zu einem vollständigen Prozess.

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